Pförtnerhaus

Das Foto zeigt den ehemaligen Haupteingang der Lauffenmühle in Lauchringen an der Kadelburger Straße: ein hell verputztes, zweigeschossiges Gebäudeensemble mit dem Schriftzug „Lauffenmühle“ und dem Hinweis „Stoffladen“. Davor markieren blaue Zaunanlagen und Tore die frühere Werkgrenze – ein klassischer Übergang zwischen öffentlicher Straße und Industrieareal.
Der Standort ist seit dem 31. Juli 2019 dauerhaft geschlossen. Nach der fünften Insolvenz wurde die Produktion eingestellt; damit endete eine 185-jährige Firmengeschichte, die 1835 als Baumwollspinnerei begann und den Hochrhein als Arbeitgeber über Generationen prägte. Später wurden auch Gesellschaftsteile abgewickelt: Die Lauffenmühle System GmbH wurde liquidiert und das Registerblatt 2023 geschlossen.
Im Fokus des Bildes steht funktional das Pförtnerhaus bzw. der Eingangsbereich der Verwaltung. Solche Pförtnerhäuser waren mehr als eine „Hütte am Tor“: Hier liefen Besucheranmeldung, Ausweiskontrolle, Lieferankündigungen, Post- und Wareneingang sowie die Organisation von Schichtwechseln zusammen. Das Pförtnerhaus war damit zugleich Visitenkarte und Sicherheitsknoten des Werks – ein kleiner Bau, an dem die großen Abläufe sichtbar wurden.
Nach der Stilllegung übernahm die Gemeinde Lauchringen das rund 7,5 Hektar große Areal am 20. Mai 2020 für 7,5 Millionen Euro und leitete Rückbau- und Umgestaltungsmaßnahmen ein. In den Ausschreibungsunterlagen zum ersten Rückbauabschnitt (Verwaltung) wird das Pförtnerhaus als teilunterkellert beschrieben; zudem fielen beim Abbruch große Mengen mineralischen Bauschutts an. Anfang 2021 wurde das Pförtnerhaus als letzter äußerer Teil des früheren Verwaltungskomplexes abgetragen – damit verschwand auch der markante Zugang. Das Foto wirkt wie eine Momentaufnahme vor dem Wandel: Klarer Himmel, geschlossenes Tor, nüchterne Fassade. So wird die Betriebsruhe greifbar – und der Ortsname bleibt als Echo im Straßenbild bis heute hörbar.