Die Lauffenmühle durchlief zwischen den Jahren 1993 und 2019 insgesamt fünf Insolvenz- bzw. Vergleichsverfahren. Der anhaltende Strukturwandel und Preisdruck in der Textilindustrie führten zu folgenden Krisen:
- 1. Insolvenz (1993): Am 16. Februar 1993 beantragte die Geschäftsführung ein gerichtliches Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses. Unter dem Stuttgarter Rechtsanwalt und Verwalter Volker Grub stimmten die Gläubiger einer Zahlungsquote von 35 Prozent zu. Zur Sanierung mussten jedoch das Werk in Blumberg und die Färberei in Höllstein geschlossen werden, wodurch 600 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren. Das Verfahren wurde im August 1994 aufgehoben.
- 2. Insolvenz (1994/1995): Nach erneuten Millionenverlusten musste das Unternehmen schon am 13. Dezember 1994 wieder ein Vergleichsverfahren beantragen. Da die Gläubigerbanken (unter Führung der Deutschen Bank) eine rasche Liquidation forderten, wurde am 1. März 1995 das Anschlusskonkursverfahren eröffnet. Wieder wurde Volker Grub als Verwalter bestellt. Nach massiven Protesten der Belegschaft und einer gescheiterten Übernahme durch die indische Mafatlal-Gruppe (1995/1996) rettete schließlich der Investor Claas E. Daun (Daun-Gruppe) 1997 das Unternehmen durch einen Kauf und umfassende Modernisierungen.
- 3. Insolvenz (2009): Wegen massiver Umsatz- und Ertragseinbußen durch die Weltwirtschaftskrise stellte die Lauffenmühle am 6. März 2009 den dritten Insolvenzantrag. Volker Grub wurde abermals als Insolvenzverwalter bestellt. Das Verfahren endete im Oktober 2009 durch einen Insolvenzplan, in dem die Gläubiger auf 90 % ihrer Forderungen verzichteten. Der Geschäftsführer Volker Steidel übernahm in der Folge die Mehrheit der Firmenanteile von der Daun-Gruppe.
- 4. Insolvenz (2015): Aufgrund von Preseinbrüchen bei Standardgeweben und fehlender Finanzierung für eine Neuausrichtung folgte am 29. September 2015 der vierte Insolvenzantrag. Als Insolvenzverwalter wurde Philipp Grub bestellt. Die Produktion wurde optimiert, ertragsschwache Artikel gestrichen und das Verfahren nach einem weiteren Insolvenzplan (mit einer Zahlungsquote von 20 % für die Gläubiger) am 22. Februar 2016 erfolgreich beendet.
- 5. Insolvenz (2019): Als Ende 2018 weitere Millionenverluste absehbar waren, meldete die Lauffenmühle am 11. Januar 2019 das fünfte Verfahren an. Auch diesmal war Philipp Grub der Insolvenzverwalter. Da Verhandlungen mit potenziellen Investoren scheiterten und kein wirtschaftlich nachhaltiges Konzept gefunden wurde, musste der Betrieb endgültig abgewickelt werden. Am 31. Juli 2019 wurde die Produktion eingestellt und allen verbliebenen knapp 240 Arbeitnehmern gekündigt. Das Fabrikanwesen in Lauchringen wurde anschließend von der Gemeinde gekauft.