1483
Erste Erwähnung einer Mühle
Bereits 1483 stand in Lauchringen eine Mühle, die durch das Wasser der Wutach betrieben wurde. Es gab mehrere Besitzerwechsel.
1812
Flusskorrekturen
Bereits ab 1812 begannen erste Flusskorrekturen an der Wutach, welche die zuvor unberechenbaren Wasserläufe bändigten und so spätere industrielle Nutzungen begünstigten
08.1834
Errichtung Spinnerei
Durch den Schweizer Johannes Müller aus Gossau Kanton ZH wurde die Ursprüngliche Lauffenmühle von Georg Gehringer. um den Preis von 30000 fl. (Gulden) erworben
6.3.1835
Staatliche Genehmigung erteilt
Zitat: “Müller habe bereits in der Lauffenmühle eine Baumwollspinnerei durch Maschinen im Großen errichtet. Er scheine ein sehr tätiger und erfahrener und kenntnisreicher Mann zu sein und soviel Vermögen zu besitzen, daß er diesem ausgedehnten Betrieb gewachsen sei. Dieses Werk sei mit einer Mehl- und Gipsmühle, einer Ölpresse, Hanfreibe und einer Wirtschaft verbunden, die schon vorher bestanden haben, und habe einen sehr geeigneten Platz und was die Hauptsache ist, eine hinlängliche Wasserkraft von der Wutach bei sehr geringen Unkosten, so daß das Ganze ein gutes Gedeihen erhoffen lasse. Hinsichtlich der Vermögensverhältnisse habe der Gemeinderat Quittungen darüber eingesehen, daß Müller an den Kaufschilling von 30000 fl. bereits 8000 fl., auf Bauungen, 13000 fl. und auf Einrichtungen an Spinnmaschinen 30000 fl. verwendet habe. Für die ganze Umgebung und auch besonders für Tiengen könne diese Einrichtung des Verdienstes halber von größtem Nutzen sein.”
Die Abkürzung fl (oder Fl., ƒ) steht im historischen Kontext von Währungen, einschließlich in Österreich, für den Gulden (abgeleitet vom lateinischen florenus aureus bzw. Florin)
01.11.1836
Spinnerei Lauffenmühle Aktiengesellschaft
Unter der Leitung von Carl Fischer wurde am 1. November 1836 die „Spinnerei Lauffenmühle Aktiengesellschaft“ mit 110.000 Gulden Kapital gegründet
1837
Erweiterung der Weberei
1846
Expansion und Wasserkraft
1850
Konzession für externe Anträge
1850 erhielt die Firma zudem die Konzession, ihre mechanische Werkstätte und Gießerei auch für externe Aufträge zu öffnen, was weitere Arbeitsplätze für Facharbeiter schuf
1858
Erhöhung der Spindelanzahl
1858 wurde die Spindelzahl auf 17.000 erhöht. Ein Jahr später folgte ein großer Weberei-Neubau für anfangs 60 (später 212) mechanische Webstühle. • Die Firma wuchs derart an, dass ihre Gebäude zeitweise 41 % des Gesamtsteuerwerts und 63 % der Gewerbesteuer der Gemeinde Unterlauchringen ausmachten, was zwischen 1859 und 1863 zu erheblichen rechtlichen Steuerstreitigkeiten zwischen dem Werk und der Kommune führte
9.12.1835
Haus Heinrich Maier / Carl Fischer (Schweiz)
Offenbar hatte sich der junge Unternehmer Müller bei dem mit großem Elan aufgebauten Werk finanziell übernommen. Der Kaufpreis von 30.000 Gulden sowie die Kosten für Bau und maschinelle Ausstattung hatten seine Mittel überfordert. Die Konsequenz: Johannes Müller musste bereits am 9. Dezember 1835 verkaufen. Die Lauffenmühle, inzwischen mit neuer Spinneinrichtung ausgestattet, ging für 95.000 Gulden an eine Gesellschaft Schweizer Herren über – faktisch an die Gläubiger des „kurzlebigen Fabrikanten“. Insgesamt standen Forderungen in Höhe von 82.248 Gulden im Raum; darunter eine Forderung von 3.184 Gulden, offenbar für Baumwollieferungen, zugunsten des Handelshauses Heinrich Mayer in Brugg.
25.01.1873
Brandkatastrophe
1873
Weltausstellung
Die Lauffenmühle war technologisch extrem fortschrittlich: 1873 wurden ihre Erzeugnisse auf der Weltausstellung in Wien präsentiert und ausgezeichnet
1899
Gründung Drucker und Appretur Brombach AG
Auch wenn es zu diesem Zeitpunkt noch nicht zur Lauffenmühle gehörte, passierte gegen Ende des Jahrhunderts etwas für die spätere Konzernhistorie Wichtiges: Dr. Adolf Feer baute 1899 in Lörrach-Brombach die ersten Werkshallen der „Druckerei & Appretur Brombach AG“, welche in den 1960er Jahren als großer Veredelungsbetrieb in die Lauffenmühle eingegliedert wurde.
1904
Ausbau der Weberei
Im Jahre 1904 wurde durch die Errichtung einer neuen Weberei mit 416 Webstüh len eine große Erweiterung vorgenommen, die Turbinenanlage erneuert, und von 1905 – 1909 folgten umfangreiche Erneuerungen des Spinnereimaschinenparks. Hatte sich das Werk schon von Anbeginn an die Obsorge für die wohnungsmäßige Unterbringung der Arbeiter zu eigen gemacht, so hat die Lauffenmühle diese soziale Einstellung durch die Schaffung eines Mädchenheims und von 18 neuen Arbeiterwohnungen in Zweifamilienhäusern beispielhaft fortgesetzt. Schon einige Zeit vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs weist das Unternehmen 61 Arbeiterwohnungen aus!
1905
Erneuerungen des Spinnereimaschinenparks
1905 – 1909 folgten umfangreiche Erneuerungen des Spinnereimaschinenparks. Hatte sich das Werk schon von Anbeginn an die Obsorge für die wohnungsmäßige Unterbringung der Arbeiter zu eigen gemacht, so hat die Lauffenmühle diese soziale Einstellung durch die Schaffung eines Mädchenheims und von 18 neuen Arbeiterwohnungen in Zweifamilienhäusern beispielhaft fortgesetzt. Schon einige Zeit vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs weist das Unternehmen 61 Arbeiterwoh nungen aus!
1913
Tod von Dr. Adolf Feer
1914
Soziales Engagement
Im Jahre 1904 wurde durch die Errichtung einer neuen Weberei mit 416 Webstüh len eine große Erweiterung vorgenommen, die Turbinenanlage erneuert, und von 1905 – 1909 folgten umfangreiche Erneuerungen des Spinnereimaschinenparks. Hatte sich das Werk schon von Anbeginn an die Obsorge für die wohnungsmäßige Unterbringung der Arbeiter zu eigen gemacht, so hat die Lauffenmühle diese soziale Einstellung durch die Schaffung eines Mädchenheims und von 18 neuen Arbeiterwohnungen in Zweifamilienhäusern beispielhaft fortgesetzt. Schon einige Zeit vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs weist das Unternehmen 61 Arbeiterwoh nungen aus!
14.06.1921
Aussperrung
1926
Absatzschwierigkeiten
Trotz Absatzschwierigkeiten war die Struktur des Betriebs gesund: Das Unternehmen wurde in eine GmbH umgewandelt und massiv ausgebaut (neuer Weberei-Neubau für 700 Webstühle und eine moderne Heizanlage)
1931
Auflösung der Blumensteingruppe
1931 gingen im Zuge der Auflösung der Blumenstein Gruppe die Anteile der seit 1926 bestehenden »Gesellschaft mit beschränkter Haf tung« in die Hände von Großbanken. unter der Führung der Deutschen Bank und der Diskonto-Gesellschaft
1935
Dr. Gustav Winkler erwirbt die Lauffenmühle
Die Zeit der ‚unpersönlichen Besitzverhältnisse‘ endete 1935, als der Berliner Gustav Winkler die Lauffenmühle kaufte. Zum 100-Jährigen standen in der Spinnerei: 30.552 Spindeln. In der Weberei standen 1104 Webstühle.
1944
Zweiter Weltkrieg
Das Werk überstand den Krieg ohne Zerstörungen. Allerdings schrumpfte die Belegschaft stark, da 170 Arbeiter eingezogen wurden; 1944 zählte das Werk nur noch 358 Beschäftigte, von denen einige für die Rüstung (Munition/Zünder) arbeiten mussten
1945
Ausbau
Die Lauffenmühle blieb von Kriegsschäden verschont. Gustav Winkler gelang es gemeinsam mit seinem Sohn Helmut, das Unternehmen unmittelbar nach Kriegsende zu einem der modernsten Textilbetriebe der westdeutschen Nachkriegszeit auszubauen. 1949 errichteten sie in Blumberg eine neue Taschentuchweberei mit 504 Webstühlen, entworfen vom renommierten Architekten Egon Eiermann. Zusammen mit der Spinnerei entstanden damit zwei große Textilstandorte, in denen zunächst überwiegend Vertriebene und Flüchtlinge beschäftigt waren. Später kamen zusätzlich Gastarbeiter hinzu, insbesondere aus der Türkei.
1949
In Blumberg entstand eine neue Taschentuchweberei mit 504 Webstühlen, entworfen vom renommierten Architekten Egon Eiermann. Sie bot zunächst vielen Vertriebenen Arbeit und eine neue Perspektive – später fanden auch zahlreiche Gastarbeiter, insbesondere aus der Türkei, dort eine neue Heimat.
1950
Weberei in Blumberg wird gebaut
1951
Ausrüstung an der Wiese GmbH
1951 wird in Brombach die „Ausrüstung an der Wiese GmbH“ gegründet. In der Folge entstehen Taschentuchwerke in Aalen und Bielefeld. Auch die Greiff-Werke in Bamberg sowie die Betriebe in Würzburg und Laufach werden aufgebaut bzw. erweitert – weitgehend finanziert durch aufgenommene Kredite.
1955
Ausbau und Modernisierung
Die mechanische Weberei wurde automatisiert (1955) und eine neue Spinnerei erbaut (1956/57). Die Spindelzahl wurde bis 1958 auf 70.000 erhöht
25.08.1962
Großbrandkatastrophe
Eine Großbrandkatastrophe vernichtete die Spinnerei in Lauchringen durch Selbstentzündung im Ballenlager. Helmut Winkler nutzte dies jedoch für einen radikalen technologischen Neustart: Innerhalb von nur 15 Monaten wurde ein komplett neues, hochmodernes Werk errichtet
1963
Erwerb von Druckerei und Apertur Brombach AG
Die Lauffenmühle kaufte die „Druckerei und Appretur Brombach AG“ in Lörrach, womit ein großer Veredelungsbetrieb in den Konzern integriert wurde
1966
Ausbau Keller Weberei2
Ausbau des Kellers unter der Weberei 2 zur Aufnahme von Gewebewagen und Dockenwicklern. Vorteil: Herstellmöglichkeit von Langstücken, 1 Stück = 1/2 oder 1 Kettlänge, dadurch nahtfreie Gewebebahnen als Vorteil für Ausrüster und Cordschneider.
1966/1967
Verlagerung
Verlagerung des Vorwerkes Spulerei-Zettlerei-Schlichterei von Blumberg nach Tiengen.
Vorteile dieser Konzentration:
– bessere Maschinenauslastung
– weniger Abfälle
– geringerer Energieverbrauch
– geringere Umweltbelastung
1967
Modernisierung
In der Werkszeitung wird erwähnt das die 730 Rescher Webstühle mit Transmissionsantrieb durch 240 Sulzer Webmaschinen ersetzt.
30.01.1967
Modernisierung
Weberei 2: Ablösung der hier installierten 730 Roscher-Webstühle durch 240 Sulzer-Webmaschinen 130″ und 153″, Anlauf der 1. Sulzer-Webmaschine: 30.1.1967
1969
Zusammenschluss zu Wiese Textilveredelung GmbH
Zusammenschluss Druckerei & Appretur Brombach AG mit der “Ausrüstung an der Wiese GmbH” zu
1970
Umbau Blumberg
Das Werk in Blumberg wurde nochmals umgebaut und durch die Installierung von 224 Sulzer-Webmaschinen zur damals größten Buntweberei in Europa. Die Lauffenmühle erreichte in diesem Jahr einen Jahresumsatz von 100 Millionen DM bei einer monatlichen Produktion von 5 Millionen Quadratmetern Gewebe
1974
Ersatz Karden
Ersatz 133 Karden „C 1/1“ durch 45 Karden „C 2/1
In der Spinnerei 1
1975
Erwerb von Merian & Co. GmbH, Höllenstein
1975
Erwerb Spinnerei & Weberei Steinen GmbH
1976
Zentrales Vorwerk entsteht
In Lauchringen (Laut Text Tiengen) entsteht das Zentrale Vorwerk für alle Webereien. In Spulerei, Zettlerei und Schlichterei stehen modernste Anlagen zur Verfügung.
1986
Hochregallager wird gebaut
Das Hochregallager für Gewebe wird gebaut, dabei ist das genaue Startdatum nicht bekannt. 1986 steht am Hochregallager dran.
1986
Umbau der Schlichtmaschine 2
Umbau der Schlichtmaschine 2
– 2 Schlichttroge mit Hochdruckquerschwerken
– Trockenzylinder in Hochlage
– Installation einer Wärmerückgewinnungsanlage
1986
Sanierung und Modernisierung des Schlichtereigebäudes.
1987
Ersatz der Schlichtmaschine 1
Ersatz der Schlichtmaschine 1 durch eine elektronisch gesteuerte und geregelte Anlage Typ Zell Procomat.
– reproduzierbare programmierte Einstellwerte
– elektronische Regelung aller qualitätsbeeinflussenden Faktoren, dadurch gleichbleibende Qualität der Beschlichtung
– optimale Nutzung der möglichen Maschinenleistung
– materialschonende Kettbearbeitung
1987
Vorwerkskonzentration
Weitere Vorwerkskonzentration durch Verlagerung der Spulerei Höllstein nach Tiengen. Anschaffung von 5 Autoconern Typ P 138.
1988
Installation Zettelmaschine
Installation einer 4. Zettelmaschine speziell zur Herstellung von Zettelbäumen für die Indigo-Färbeanlage in Höllstein.
07.1991
Horst-D. Rösner übergibt die Führung
Herr Dr. Tim Gudehus übernimmt die Geschäftsleitung von Herrn Horst-D. Rössner nach 23 Jahren
1993
Vergleichsverfahren, Schließung Blumberg & Höllstein
1994
Anschlusskonkurs, Proteste („Kampf der Lauffenmühle“), gescheiterte Mafatlal-Übernahme (Indien)
2009
Insolvenz unter Daun-Gruppe
29.09.2015
Die vierte Insolvenz der Lauffenmühle GmbH & Co. KG
2019
Fünfte Insolvenz
Die Firma geht in ihre fünfte und letze Insolvenz
2019