Die finale Qualitätsstufe
Die Staberei bildete das letzte Glied in der Qualitätskette der Lauffenmühle. Jede Stoffbahn, die die Warenschau passiert hatte, landete hier zur finalen Aufbereitung. Der Name „Staberei" leitet sich von der Stabmaschine ab, die das Kerngerät des Bereichs war.
Die Stabmaschine mit Toledo-Waage
Das Herzstück der Staberei war eine große Stabmaschine mit einer präzisen Toledo-Waage. Jede Textilbahn wurde exakt abgewogen – Abweichungen vom Sollgewicht wiesen auf Webfehler, falsche Dichte oder Qualitätsmängel hin. Das Gewicht war gleichzeitig die Grundlage für die Kundenabrechnung.
Palettierung und Versandvorbereitung
Nach dem Wiegen wurden die Gewebepartien gestapelt, gerollt oder gebündelt und auf Transportpaletten gelegt. Die Verpackungsart richtete sich nach Kundenanforderung und Transportweg: Rollen für glatte Gewebe, Stapel für schwere Qualitäten, Schutzverpackungen für empfindliche Ware.
Lieferschein und Dokumentation
Zu jeder Versandeinheit wurde eine vollständige Dokumentation erstellt: Artikelnummer, Meterware, Gewicht, Farbcharge, Qualitätsbefund. Nur damit verließ eine Lieferung das Werk.
Verbindung zwischen Qualität und Logistik
Die Staberei war direkt an die Warenschau und Spinnerei 1 angeschlossen. Die kurzen Wege zwischen diesen Einheiten zeigen das durchdachte Fabrikmanagement der Lauffenmühle.
- vor 1900Erste Staberei als Teil der frühen Versandorganisation
- 1920erSystematisierung des Versandwesens
- 1950erEinführung der Toledo-Präzisionswaage
- 1970erOptimierung der Palettierlogistik
- 2019Letzte Lieferung vor Betriebsende
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