Geschichte und Lage
Die Warenschau (auf internen Plänen oft als Gebäude 7 markiert) lag als essenzielle Schnittstelle strategisch überaus günstig: Sie war direkt an die Weberei und die nachfolgenden Logistik- und Versandbereiche (Staberei) angeschlossen.
Funktion und Technische Daten
Auch wenn moderne Webmaschinen in der Spätphase bereits über automatische Wareninspektionssysteme verfügten, war die Warenschau der Ort der kritischen Endprüfung durch das menschliche Auge. An speziellen Arbeitsplätzen, oft ausgestattet mit großen Leuchttischen, ließen geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die produzierten oder auch bereits gelagerten Stoffbahnen Meter für Meter durchlaufen. Zu der Abteilung gehörten zudem eigene Büroräume zur genauen Dokumentation.
Besonderheiten: Das Vetorecht der Prüfer
Die Mitarbeiter in der Warenschau trugen eine enorme Verantwortung für den Ruf der Lauffenmühle: Kleinere Fehler im Gewebe wurden von ihnen direkt markiert und klassifiziert, schwerwiegende Qualitätsmängel führten zur Aussortierung ganzer Stoffpartien. Das Urteil der Warenschau war quasi ein Vetorecht – kein Meter Stoff verließ die Lauffenmühle ohne ihre Freigabe.
- vor 1900Erste systematische Qualitätskontrolle
- 1920erEinführung standardisierter Fehlerklassifikation
- 1950erModernisierung mit neuen Durchlicht-Prüftischen
- 1960erAusweitung bei wachsendem Spezialwarensortiment
- 2019Letzte Qualitätskontrolle vor Betriebsende
