Geschichte und Lage
Die Weberei 1 (Gebäude 14) repräsentierte den Beginn des rasanten technologischen Aufstiegs der Lauffenmühle in der Nachkriegszeit. Bereits 1955 wurde hier die mechanische Weberei umfassend automatisiert. In den Jahren 1956/57 entstand dann der neue Websaal I als damals eine der modernsten geschlossenen Textil-Großanlagen in ganz Deutschland.
Funktion und Maschinentechnik
Die Weberei 1 beherbergte hochmoderne Webautomaten zur Massenproduktion von Geweben. Später liefen hier unter anderem modernste Sulzer-Webmaschinen, die als Luftdüsenwebstühle (Air-Jet) oder Greiferwebstühle (Rapier) funktionierten. Diese schossen den Schussfaden mit einer gewaltigen Frequenz von bis zu 950 Einfügungen pro Minute in das Fach. Diese immense Arbeitsgeschwindigkeit sorgte in den Websälen für einen Lärmpegel von 95 bis 110 Dezibel, weshalb in der Halle strikte Gehörschutzpflicht herrschte.
Besonderheit: Die Werkskantine
Neben der lauten Produktionshalle befand sich in der Weberei 1 auch die Werkskantine, die als sozialer Treffpunkt für die Belegschaft diente und ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsalltags war.
- 1955Beginn der Automatisierung der mechanischen Weberei
- 1956Baubeginn der neuen Webereianlage
- 1957Fertigstellung – eine der modernsten Webereien Deutschlands
- 1967Parallele Modernisierung Weberei 2 (Roscher zu Sulzer)
- 1976/77Zentralisierung Weberei 3 von Blumberg nach Tiengen
- 1987Anschluss an das neue Hochregallager
- 2019Betriebsende – letzter Webvorgang
