Geschichte und Lage
Die Weberei 3, auf dem historischen Gebäudeübersichtsplan als Gebäude 10 verzeichnet, war ein zentraler Bestandteil der Gewebeherstellung am Standort Lauchringen. Sie war architektonisch direkt an das Vorwerk, konkret an die Zettlerei (Gebäude 12) und die Schlichterei (Gebäude 11), angebaut. Um einen reibungslosen logistischen Ablauf zu garantieren, war die Weberei 3 über den Verbindungsgang (Gebäude 13a) direkt an das in den 1980er Jahren errichtete, vollautomatische Hochregallager angeschlossen.
Funktion und technische Daten
Die Hauptfunktion der Weberei 3 bestand in der massenhaften, mehrschichtigen Produktion von Geweben. Bekannt ist, dass die gesamte Webereikapazität der Lauffenmühle zusammen aus über 1000 Webautomaten bestand. Die in der Weberei 3 eingesetzten Sulzer-Webmaschinen arbeiteten als Greiferwebstühle (Rapier) oder Luftdüsenwebstühle (Air-Jet) mit bis zu 950 Einfügungen pro Minute, bei einem Lärmpegel von 95 bis 110 Dezibel.
Besonderheiten: Zentralisierung 1976/77
1976/77 erlebte die Weberei 3 im Zuge einer großangelegten Zentralisierungsstrategie erhebliche Veränderungen. Die Firmenleitung beschloss, die Fertigung vom weiter entfernten Werk Oberlauchringen schrittweise nach Tiengen zu verlagern, um die Produktions- und Logistikabläufe zu optimieren. Die Weberei 3 spielte in dieser Konzentration eine zentrale Rolle.
- vor 1976Vorwerk Blumberg: eigenständige Webereiproduktion im Schwarzwald
- 1976Entscheidung zur Zentralisierung
- 1977Weberei 3 als neuer Websaal in Tiengen in Betrieb
- 1987Anschluss an das neue Hochregallager
- 2019Betriebsende – letzter Webvorgang
