Produktion · Fadenstärkung

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Fadenstärkung für die Weberei – bis 20 Zettelwalzen, 1987 Zell Procomat mit elektronischer Regelung.

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📊 Fakten auf einen Blick
Gebäude-Nr.
11
Kapazität
Bis zu 20 Zettelwalzen parallel
Schlichte
Stärke / Gelatine / Kunststoff
Verlagerung
1976/77 von Blumberg nach Tiengen
Modernisierung 1986
Schlichtmaschine 2: Hochdruckquetschwerke + Wärmerückgewinnung
Modernisierung 1987
Schlichtmaschine 1 → Zell Procomat (elektronisch)
Mattertag-ID
dEqNvEtYb7k
📖 Geschichte & Technik

Die Schlichterei war ein zentraler Bereich im sogenannten Vorwerk der Weberei der Lauffenmühle. Hier fand ein essenzieller Veredelungsschritt statt, ohne den die feinen Garne den enormen Belastungen der modernen Hochleistungswebstühle nicht hätten standhalten können.

Was ist Schlichten und welche Materialien wurden verwendet?

Das Schlichten bedeutet im textilen Fachjargon „ebnen und glätten". Im Webstuhl sind die längs gespannten Kettfäden einer extremen mechanischen Beanspruchung und gegenseitigen Reibung durch Lamellen, Weblitzen und das Webblatt (Riet) ausgesetzt. Um Fadenbrüche zu verhindern, muss das Garn gefestigt werden. Dazu wird ein spezielles Schlichtemittel – eine Art schützender Kleber – aufgetragen.

In der Lauffenmühle wurde diese heiße Schlichte aus verschiedenen Komponenten gekocht. Es handelte sich um eine Emulsion, die traditionell auf natürlichen Stärkemitteln basierte und mit Zusätzen von verschiedenen Leimarten, Gelatine oder abgebauten Eiweißstoffen angereichert wurde. Später kamen auch synthetische Schlichtemittel wie PVA (Polyvinylalkohol) zum Einsatz.

Prozessschritte

Der Schlichteprozess war ein komplexer, mehrstufiger Vorgang: Zunächst wurden die Kettbäume (die zuvor aus der Zettlerei kamen) in die Schlichtemaschine eingespannt. Die Kettfäden liefen dann durch einen Schlichtetrog, in dem das heiße, flüssige Schlichtemittel aufgetragen wurde. Anschließend mussten die nassen, geschlichteten Fäden getrocknet werden – dies geschah über beheizte Trockenzylinder. Die fertig geschlichteten Kettbäume wurden dann zur Weberei weitertransportiert.

Technische Modernisierungen

In den 1980er Jahren folgten weitreichende technische Upgrades: 1986 wurde die Schlichtmaschine 2 umfassend saniert und modernisiert. Sie erhielt zwei Schlichtetröge, die mit hochmodernen Hochdruckquetschwerken ausgestattet waren. Die Trocknung erfolgte über neue Trockenzylinder im Hochbau. Zudem wurde eine Wärmerückgewinnungsanlage installiert.

1987 wurde die alte Schlichtmaschine 1 komplett abgelöst und durch eine hochmoderne, elektronisch gesteuerte Anlage des Typs Zell Procomat ersetzt. Diese Maschine bot reproduzierbare, frei programmierbare Einstellwerte und regulierte alle qualitätsbeeinflussenden Faktoren elektronisch. Dies garantierte eine stets gleichmäßige und hohe Schlichtequalität.

Die Vorteile waren beachtlich: eine deutlich bessere Maschinenauslastung, weniger Abfälle, ein geringerer Energieverbrauch und eine geringere Umweltbelastung.

📷 Historische Aufnahmen aus der Werksbroschüre (ca. 1986)
Schlichtemaschine, Nahaufnahme der Kettfäden
Schlichtemaschine – Die Kettfäden werden durch Schlichte-Emulsion gezogen und getrocknet
Erklärung des Schlichtevorgangs mit Diagramm
Schlichten – Von den Zettelwalzen (ZW) über den Schlichtetrog (Schl.) und Trockner (Tr) zum Kettbaum (KB)
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Website-Anker: #schlichtereilauffenmuehlemuseum.de/standort-lauchringen/schlichterei/

Matterport-URL: https://my.matterport.com/show/?m=z6kfzzused2cwx39q7sh6tqyc&pin-pos=10.4,.84,-62.59&sm=3&sr=-1.57&sp=108.6,30.67,-22.98&sf=0,0,1,0,0,0,0,0,0,0,0&sz=25.87

Mattertag-ID: dEqNvEtYb7k

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Die Schlichterei
Die Schlichterei ist eine der kritischsten Abteilungen der Webereivorbereitung und stellt eine chemisch technische Veredelung der Garne dar.…
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Historisch - Die Schlichterei
Im Jahr 1936 war die Schlichterei das technologische Herzstück des Vorwerks der Lauffenmühle. Hier trafen Chemie und Mechanik aufeinander, u…
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